Rastlos

Mai 17, 2011 at 8:38 pm (momentaufnahmen) ()

Okay, da bin ich also. Im Leben, im nirgendwo. Mitten drin im Dschungel aus Emotionen, Liebe, Lügen, Trieben, Freundschaften, Enttäuschungen. Im ganz normalen Wahnsinn.

Alles gar nicht so schlimm will man meinen. Meistens. Nur an Tagen wie diesen, wenn die Einsamkeit um sich greift, fragt man sich was das alles soll. Warum man jeden Morgen aufsteht, kämpft, weiter macht. Dieses Funktionieren macht mich ganz wahnsinnig. Immer auf den Punkt, immer da sein, immer teilnehmen. Was ist aber wenn ich genau das nicht mehr will? Was ist, wenn ich gleich morgen beschließe mich auf ein Kreuzberger Dach zu legen und dort zu bleiben, solange bis ich entscheide wieder aufzustehen, solange bis mein Antrieb da ist und mich nach unten in Welt schubst. Was ist wenn ich mich einfach raus nehmen will, um drinnen zu bleiben.

So vieles macht so müde. So viele Fragen die mich plagen. Ich weiß nicht wo ich herkomme. Bin zerrissen. Entwurzelt. Wo meine Heimat ist? Das weiß ich nicht. Unter 3,5 Millionen Menschen irgendwer zu sein ist oft ein so tolles Gefühl. Manchmal möchte ich aber so gerne alles für jemanden sein.

Endlose Küchennächte allein. Unzählige Zigaretten. Wein besäuft mich. Am Morgen danach die verkaterte Erkenntnis das alles mal wieder nichts war.

Ich brauche Grenzerfahrungen. Ich möchte ans Limit gehen und dabei Gefahr laufen alles zu verlieren. Ich möchte all die Ängste in mir spüren, sie anfassen können, mit ihnen tanzen. Nur dann kann ich sie erfassen, mit ihnen Leben. Neurosen lieben lernen.

Ich möchte das Glück umarmen, es küssen, es halten, nur für einen Moment. Diesen Moment den man sich ins Momentesammelalbum klebt und mit Herzen verziert.

Atmen. Rast machen. Wie früher auf der Autobahn als Mama Schnitten verteilte und Eier schälte. Mich spüren. Dich spüren. Mein Leben soll wieder zu meiner eigenen Tour werden. Auf der ich meine Lieder spiele und ich entscheide wer als Vorband auftritt. Ich möchte wieder entscheiden wann ich für wen Zugaben spiele. Will das der Vorhang fällt, von mir aus auch auf meinen Kopf.

C.

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