Dieser Herzschlag ist für Dich.

August 17, 2011 at 5:55 pm (momentaufnahmen)

Der Tag sonnig, mein Herz bewölkt. Ich lasse Dich zurück. Nichts fühlt sich im Moment schlimmer an. Aber ich muss mich kümmern, um mein Leben, meine Liebe. In den letzten 5 Tagen, war jede Minute ein kleiner Beweis für das, was ich im Alltag in letzter Zeit nicht immer greifen konnte. Das Gefühl nie allein zu sein. Das Gefühl, dass es jemanden gibt der mich trägt, fängt und genau dann schubst, wenn ich selbst nicht richtig voran komme.

Ich mag wie Du lachst.

Wann ich wieder komme, weiß ich nicht. Aber ich werde. Das ist sicher. Dann binden wir uns wieder Seitenzöpfe, albern im Kornfeld, spielen uns unsere Lieder im Takt unserer Herzen. Irgendwas zwischen 4/4 und moll. Am Ende wischen wir uns unsere Tränen aus dem Gesicht und stehen auf. Machen weiter. Immer weiter.

Ich werde dich vermissen.

Eine handvoll neue Fotos an meiner Wand, unzählige Bilder in Kopf und Herz. Heut Abend bin ich wieder allein. Jedes Bild werde ich nachmalen, so wie es ist. Ohne Zoom. Alles Schnappschüsse die das Leben eingefangen haben. Verblassen ausgeschlossen. Immer bunt.

Du bist ein Teil von mir.

Ich wünsche mir sehr, dass uns das Leben erneut so tolle Karten austeilt wie damals, als wir uns kennenlernten. Ich wünsche mir, dass sich unsere Lebenswege erneut kreuzen. Nähe. Eines Tages im Regen zu dir laufen können auf einen Kaffee oder tausend Tränen. Sich unerwartet im Supermarkt treffen, grinsend von Kasse eins zu Kasse fünf. Vom selben Parkplatz nach Hause fahren. Nur nach Hause, nicht mehr in ein anderes Leben.

Auf bald mein Herz.

Nun sitze ich im Zug. Entgegen der Fahrtrichtung. Aus Gründen. Lieber noch solang es geht in deine Richtung sehen. Die 4 Stunden nutzen bevor ich wieder in Fahrtrichtung Leben blicken muss. Für all das was ist und war bin ich dankbar. Uns beiden dankbar. Der Zeit dankbar. Sie hat uns erneut gezeigt dass es nicht darauf ankommt wann wir uns wiedersehen, sondern darauf das wir uns im Herzen haben.

Pass auf dich auf.

Ich kann es in der nächsten Zeit wieder nur aus der Ferne. Lass all deine Gedanken mal vorbeiziehen, so wie die Zuckerwattewolken über unserem Kornfeld. Schau nach rechts und links ohne dich zu verlaufen. Ich bin wahnsinnig stolz darauf dich an meiner Seite zu haben!

Es liebt
C.

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Soothe your pain.

Juni 20, 2011 at 11:42 am (momentaufnahmen)

Und auf einmal ist es da, dieses Gefühl. Es drückt in der Brust, in deinen Fingern. Dein Herz wird nicht schneller, es beruhigt sich. Es ist zu sehr damit beschäftigt, dieses Gefühl zu beobachten, wie es dich langsam einnimmt. Es wird immer wärmer, überall, du spürst, es muss raus, denn sonst wird aus warm heiß und du verglühst innerlich. Du musst es loswerden. Du musst schreiben. Oder reden. Laufen, rennen oder weinen, es muss einfach raus, egal wie. Deine Seele will es los werden, weil es alles andere hindert dich am Leben zu halten.

Du beschließt zu schreiben. Setzt dich, den Stift fest in der Hand.Legst die blaue Miene auf das Papier und stellst fest, das du nicht weisst womit du anfangen sollst. Du suchst in dir nach Antworten, doch bekommst sie nicht. Du weisst nicht was es ist, denn es ist viel zu viel. So viel, dass du nicht mehr anders kannst, als dich dem Schwerz, dem Druck, hinzugeben. Du bist nicht fähig dich von diesem Schmerz zu trennen, willst ihn nicht raus lassen, denn er ist das einzige was dir bleibt. Die Erinnerung und der Schmerz. Und du weisst, das eine bedingt das andere. Deine Erinnerungen sind es, die dich von innen verglühen lassen, dich zu einer Hülle machen. Doch ohne sie leben, dass kannst du nicht. Also lässt du dich innerlich verglühen, ausbrennen, bis all deine Erinnerungen wie Asche in dein Herz zurück schweben.

Und so sitzt du da, mit dem Kopf auf dem weißen Papier. Du weinst. Du löschst dein glühendes Herz auf diese Weise ein wenig. Du weisst nicht wie lange du dort gesessen hast. Du hebst den Kopf, wischst deine Tränen aus deinem Gesicht und stehst auf. Du merkst wie der Druck, die Wärme langsam nachlassen. Du fühlst dich besser. Wieder einmal war der Mut sich darauf einzulassen, dass erlösende für dich. Denn du brauchst diese Erinnerung und diese Schmerzen, die sie in dir auslösen. Du brauchst sie, weil sie das einzige sind was dir bleibt. Verlierst du sie, verlierst du dich.

C.

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Später am Morgen

Juni 8, 2011 at 4:52 pm (momentaufnahmen)

Wir treffen uns wieder, ganz plötzlich, erwartet unerwartet. Gegenüber an der Bar in diesem geschichtenschweren Lokal. Du siehst mich nicht. Ich, ich konnte dich schon spüren, als ich den Laden betrat. Dieses Licht, diese Wärme die von deinem Herzen jeden Raum mit Sonne flutet. Unsere Blicke treffen sich, wir verharren kurz. Mir stockt der Atem, mein Blut gefriert. Was soll ich tun? Lächeln? Nicken? Zu dir kommen? In dieser Gedankenspirale gefangen, merke ich nicht wie Du plötzlich neben mir stehst.

„Hey, wie geht´s Dir? Toll siehst du aus. Du wolltest dich doch melden?!“

3 Sätze. Ich spüre schon nach dem 2. gesprochenem Wort das ich heute Nacht wieder dein bin. Ich liege dir zu Füßen. Du hast mein Herz in deiner Hand. Ich bin deine Gespielin, erneut willig mich selbst zu zerstören und einen weiteren Teil meines Herzens in deine Obhut zu geben.

“ Hallo, ja, sorry, viel zu tun. Sonst geht´s aber gut. Wie geht es Dir?“

Meine Unsicherheit wird geschürt durch deine Blicke. Wie damals, als ich die heimliche Zigarette auf dem Schulhof vor meinem Direktor erklären musste, so steh ich vor dir. Ich weiß das du es spürst wie ich.

„Sehen wir uns später?“

Uns ist beiden klar was du mit diesem „später“ meinst. Es ist dieses „später“ wie wir es schon seit Monaten leben. Nachts, wenn die Menschen unserer Stadt nach Hause torkeln, liegen wir in deinem Bett. Wir küssen uns, jeder Kuss von mir geküsst als wäre er der letzte. Wir spüren uns, ich spüre dich jedes Mal so, als wäre es das letzte Mal. Wir lassen unsere Körper einander erzählen was der Verstand nicht zulässt, der Mund nicht kann und was unsere Herzen so sehr fürchten. Liebe ist es die mich zu dir führt, deine Triebe sind es die mich immer wieder aufnehmen. Doch ich spüre keine Kälte in diesen, unseren Nächten. Ich genieße jeden Moment so als wäre es das einzige was ich in meinem Leben habe, vielleicht ist es auch genau so.

Noch später am Abend liegen wir nebeneinander. Unsere Hände halten sich. Unsere Brustkörbe zucken vor Erfüllung und Erschöpfung auf und ab. Wir genießen die Stille die nur für uns gemacht ist.

Früher am Morgen wache ich auf. Du schläfst, wie immer auf der Seite, dein Gesicht zu mir gewandt. Ich schaue dich lange an. Du atmest tief und ruhig. Deine Lippen zeichnen ein glückliches Lächeln. In den letzten Wochen hatte ich ab und an das Glück, die Sonne auf deinem Gesicht tanzen zu sehen. Doch heute ist es dunkel. Ich schaue dich ein letztes Mal an, küsse deinen Handrücken, stehe auf und verlasse fast fluchtartig den Raum in dem das Gefühl schwebt nach dem ich mich so sehr sehne. In deinem Flur, neben deinem Telefon, das selbe Ritual wie immer. Auf einem Zettel hinterlasse ich dir immer den selben Satz.

“ Ich dachte die Zigarette danach rauchst Du lieber allein. “

Daneben lege ich immer eine der letzten aus meiner Packung vom Vorabend.
Ich lasse deine Tür vorsichtig ins Schloss fallen. Das kurze Klicken als die Tür schloss, lässt mich aufatmen. Ich wusste genau es war das letzte Mal, den es musste das letzte Mal sein.

„Hör´auf bevor es weh tut“ , sagtest du in einer der ersten Nächte  als ich dich fragte was passiert wenn ich mich verliebe. Und später am frühen Morgen fing es an weh zu tun, denn ich wusste, ich liebe dich.

Ich laufe nach Hause. Schnell oder langsam, ich weiß es nicht. Ich weine. Nie habe ich nach unseren Nächten geduscht. Ich legte mich in deinem Geruch und deiner Wärme ins Bett und schlief ein. Doch an diesem, mittlerweile späten Morgen, wasche ich all das, was ich sonst solang wie möglich bewahren wollte, von mir, meinem Körper, meiner Seele. Ich wage auch den versuch es aus meinem Herzen zu waschen und scheitere kläglich.

In den nächsten Wochen ging es mir so schlecht wie nie zuvor. Diese tiefe, mich einnehmende Traurigkeit kenne ich nicht und macht mir Angst. Ich ziehe mich zurück, von allem und jedem. Nicht erreichbar sein, nichts hören oder sehen, dich vergessen, dass will ich.

Nach langen Wochen der Stille und Einsamkeit geht es mir besser. Ich gehe wieder raus, beobachte Spielplätze, treffe mich mit Kommilitonen, Freunden, Familie, nehme langsam wieder am Leben teil. Am Abend, schalte ich zum ersten Mal mein Handy an, lege es zur Seite und gehe nach draussen um eine zu rauchen. Bei jedem blinken erwische ich mich dabei zu hoffen das es eine SMS von dir ist, ein verpasster Anruf, ein Spruch auf meiner Mailbox, irgendwas. Als ich mich durch die Namen derjenigen arbeite, die mich in den letzten Wochen vermisst haben, sich sorgten, mich vermisst haben, finde ich viele, nur deinen Namen nicht.
Du hast dich nicht gesorgt. Wolltest mich nicht treffen. Und du hast mich schon gar nicht vermisst.
Und plötzlich war er da, der Moment den man als „Schlag ins Gesicht“ bezeichnet. Ich wurde wach, begriff das erste Mal das ich nichts für dich bin. Nichts.

Ich öffne eine Flasche Wein um mit mir auf diese Erkenntnis anzustoßen. Ich beschließe zu tanzen. In meinem Wohnzimmer. Allein. Ich tanze all meine Wut auf mich, auf die Liebe, auf dich einfach weg. Die Flasche leert sich, mein Herz betrinkt sich. Als ich mich zu süßen Klängen auf mein Bett fallen lasse, merke ich fast zu spät das mein Handy klingelt. Als ich deinen Namen auf meinem Display lese, löst es in mir ein albernes Kichern aus. Ich nehme den Anruf an, deine Stimme lässt mich wie auf einen Schlag nüchtern werden.
Dann die selben Fragen wie immer :  “ Wo bist Du?“, „Bist du allein?“ , „Ich komm´vorbei“.
Ich wollte dir noch sagen das ich das für eine ganz schlechte Idee halte, dir sagen warum, mich trauen dir zu zeigen das du nicht alles mit mir machen kannst, doch du legst einfach auf. Ich laufe ins Wohnzimmer, lasse die Platte noch mal von vorne laufen, räume die Flasche und alle anderen Zeugen meiner Verzweiflung weg. Renne ins Bad, putze meine Zähne, kämme mein wirres Haar zum Zopf. Als ich die letzten kalten Tropfen aus meinem Gesicht wische, klingelt es. Ich schaue meinem Spiegelbild tief in die Augen, atme durch und öffne die Tür.
Die alten Hausflurdielen knacken im selben Takt wie immer. In mir ein komisches, nicht zu erklärendes Gefühl. Diese Wut, auf uns und diese leere Liebe, wandelt sich beim ersten Blick auf deine Schultern, deine unrasierten Wangen, in eine, mir vorher nicht bekannte Lust. Eine körperliche Lust wie ich sie nie erlebte. Ich will dich. Und zum ersten Mal nehme ich mir genau das was ich will. Fordernd und bestimmend ziehe ich dich küssend ins Schlafzimmer. Jeden deiner Versuche etwas zu sagen, von mir mit einem noch intensiveren Kuss verhindert. Ich ziehe dich aus, du lässt mich gewähren. Ich ziehe mich aus, genieße deine Blicke. Ich weise dir die Richtung auf mein Bett und setze mich langsam auf deinen Schoß. Wir tun es wie wir es noch nie getan haben. Intensiver, vielsagender. Etwas hatte sich verändert.

Nach diesem Mal lagen wir kürzer als sonst nebeneinander. Ich war es, die sich weg drehte und einschlief.

Später, am nächsten Morgen wache ich auf. Den Blick zum Fenster, es ist hell. Der Wecker auf meiner Fensterbank lässt mich wissen, dass es schon viel später am Morgen war als ich dachte. Ich liege so da. Lange. Im Kopf die Bilder  der letzten Nacht. In der Nase den Geruch verbrannter Zeit. Im Herzen die Angst mich um zu drehen und zu sehen was ich immer sah. Eine leere Betthälfte, ein zerknirschtes Kissen. Und ich weiß in diesem Moment genau, dass ich mich dann, wie immer, in dein Kissen drücke und hoffe das du die Kissenfalten eine kleine Weile auf deinen Wangen hattest um wenigstens etwas von mir mitzunehmen. Diese Angst und das Wissen das dann alles von vorne anfängt, lähmt mich für den Moment und ich schlafe nochmal ein.

Stunden später, riss mich ein schrilles, unbekanntes Geräusch aus meinem unerwartet tiefen Schlaf. Ich sehe mich um, entdecke nichts. Ich drehe mich um und sehe dich. Du lächelst mich an, bist wach, schon lange. Deine Stimme klingt fest und wenig verschlafen als du mir sagst das Du vergessen hast den Ton von deinem Handy auszuschalten. Ich frage dich hörbar entsetzt was du noch hier machst. Du lächelst stumm. Mein Blick fordert eine Antwort.
Du lehnst dich zu deiner Hose auf dem Boden und ziehst eine Schachtel Zigaretten aus deiner Tasche. Ungewohnt unsicher sagst du mir den Satz auf den ich seit Monaten warte, von dem ich aufgehört habe zu träumen weil er mehr schön als realistisch war:

“ Ich dachte die Zigarette danach rauchen wir in Zukunft immer zusammen. Ich hab in den letzten Monaten schon einige für uns gesammelt.“

Und da liegen wir wieder, nebeneinander, unsere Hände halten was wir sind. Unsere Herzen fürchten nichts mehr, denn wir rauchen Liebe.

C.

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Der Brief den ich nie schrieb

Mai 27, 2011 at 1:15 am (momentaufnahmen)

Fast verblasst, im Schrank der Erinnerungen gefunden :

Es ist nun fast 5 Jahre her als ich Dir das erste Mal begegnet bin. Und zum 1. Mal, bin ich es müde, dich trotzdem immer weiter zu lieben. Seit Wochen suchen meine Augen umsonst nach Dir. Wo immer ich auch bin, ich lausche dem Wind und hoffe wie durch ein Wunder deine Stimme zu hören. Meine Hände hören nicht auf nach dir zu suchen, sich danach zu sehnen dich berühren zu können. Mein Körper will nichts anderes als von dir berührt zu werden.
Kannst Du dir vorstellen welches Loch du aufgerissen hast, in mir, als Du gegangen bist?
Mein Herz ist eine zuckende Wunde, die nicht heilen will. Es gibt Momente, da wünschte ich, es würde einfach aufhören zu schlagen,zu zucken. Ich verstehe nicht warum Du gegangen bist und werde es nie tun. Vielleicht hattest Du deinen Grund, aber ich glaube nicht,  dass irgendein Grund gut genug ist dich von uns fern zu halten.
Hast Du nie gespürt, dass wir es sind, die uns vollkommen gemacht haben? Ich bin für Dich geschaffen, genau wie Du für mich.
Ohne Dich bin ich eine Sängerin ohne Stimme, eine Kriegerin ohne Gewissen, eine Schauspielerin ohne Rolle, eine Predigerin ohne Wahrheit. Nichts.
Wie kannst Du leben ohne mich? Als Herr deiner selbst? Wärst Du es, wärst Du jetzt hier.
Wir haben uns kaputt gemacht. Wir sind uns begegnet um uns für immer zu lieben. Nichts hätte meine Liebe zu Dir je schwächen können. Aber ohne Dich, bin ich so müde geworden. Ich leide so sehr an Dir.
Trotzdem ahne ich jenseits aller Vernunft, dass Du einmal zu mir zurück kommst. Irgendwann. Meine Liebe zu Dir ist unendlich, aber ich habe all meine Kraft aufgebraucht, diese Unendlichkeit aufzuhalten.
Vielleicht muss ich einfach nur aufhören dass Mädchen zu sein welches ich immer war…dein Mädchen.

Dies ist mein letzter Brief an Dich. Ich kann kein weiteres Wort mehr schreiben. Es ist vorbei. Es muss vorbei sein. Oder nicht?  Ich weiß es nicht. Ich weiß immer weniger.

Ich liebe Dich bis an das Ende unserer Zeit. Ich küsse meine Erinnerung an uns beide, ich halte sie fest, ein letztes Mal.

C.

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Herzblut&Humor

Mai 23, 2011 at 4:24 pm (momentaufnahmen) ()

Und dann triffst Du jemanden der alles ändert.

Es gibt viele Arten von Freundschaft. Aber keine ist so wie diese. Sie macht jeden Moment zu unserem Moment.

Ihr Lächeln, als sie ich sie zum ersten Mal sah, ist noch das gleiche wie heut wenn sie aus dem Zug steigt oder mich am Bahnhof abholt. Dieses Zittern eines Frischverliebten wenn ich am Bahnsteig stehe, sie sehe wie sie in Richtung Ausgang läuft, mit ihrer Tasche voller Liebe. Die erste Umarmung nach viel zu langer Zeit, die sich so sicher anfühlt, mir erlaubt alles zu vergessen. Die erste Zigarette auf dem Bahnhofsvorplatz, den Blick auf die große Stadt die so viel Leben für uns bereit hält. Die nächsten 48 Stunden gehören uns. Mädchensachen machen. T-Shrits tauschen, schminken, tanzen, lachen.

Wir wollen nicht viel in den nächsten Stunden, nur uns sein lassen wie wir sind. Das besondere an dieser Freundschaft ist, dass wir uns nicht über die Alltagssorgen unterhalten müssen, denn wir sehen in unseren Augen was nicht stimmt und haben die wundervolle Gabe es den anderen vergessen zu lassen.
Unter 1000 gelben Herbstblättern würde ich sie finden, denn die Farben ihres Wesens leuchten weit.
Nie habe ich soviel Vertrauen gefühlt. Eine Schwester die ich nie hatte, das trifft es wohl ganz gut. Manchmal finde ich es schade das wir uns nicht viel früher kennengelernt haben. Ich sehe uns oft zusammen im Sandkasten sitzen, uns die Schüppen klauend, die Haare zu Zöpfen gebunden. Ich hätte ihr gerne schon das beste aus ihrer Zuckertüte gemopst, über ihren ersten Freund aus reiner Eifersucht gelästert und mich still und heimlich doch für sie gefreut das sie glücklich ist.

Wie haben uns gefunden als erwachsene Menschen, mir hat diese Begegnung stärker als alle anderen meines Lebens gezeigt wie unkomplett ich eigentlich bin. Sie schließt eine riesen Lücke auf der Suche nach mir selbst. Ich brauche sie so wie sie mich braucht, das ist das schöne, eine Abhängigkeit im Gleichgewicht.

Heute Abend vor dem einschlafen werde ich wieder einen Strich im Kalender machen, und morgen, wenn ich aufwache, sind es noch 18 Tage bis wir uns wieder haben. Dann warten wieder 48 tolle Stunden auf uns. Unvergessliche Zeiten die Kraft geben die nächste Phase ohne sie zu überstehen.

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Rastlos

Mai 17, 2011 at 8:38 pm (momentaufnahmen) ()

Okay, da bin ich also. Im Leben, im nirgendwo. Mitten drin im Dschungel aus Emotionen, Liebe, Lügen, Trieben, Freundschaften, Enttäuschungen. Im ganz normalen Wahnsinn.

Alles gar nicht so schlimm will man meinen. Meistens. Nur an Tagen wie diesen, wenn die Einsamkeit um sich greift, fragt man sich was das alles soll. Warum man jeden Morgen aufsteht, kämpft, weiter macht. Dieses Funktionieren macht mich ganz wahnsinnig. Immer auf den Punkt, immer da sein, immer teilnehmen. Was ist aber wenn ich genau das nicht mehr will? Was ist, wenn ich gleich morgen beschließe mich auf ein Kreuzberger Dach zu legen und dort zu bleiben, solange bis ich entscheide wieder aufzustehen, solange bis mein Antrieb da ist und mich nach unten in Welt schubst. Was ist wenn ich mich einfach raus nehmen will, um drinnen zu bleiben.

So vieles macht so müde. So viele Fragen die mich plagen. Ich weiß nicht wo ich herkomme. Bin zerrissen. Entwurzelt. Wo meine Heimat ist? Das weiß ich nicht. Unter 3,5 Millionen Menschen irgendwer zu sein ist oft ein so tolles Gefühl. Manchmal möchte ich aber so gerne alles für jemanden sein.

Endlose Küchennächte allein. Unzählige Zigaretten. Wein besäuft mich. Am Morgen danach die verkaterte Erkenntnis das alles mal wieder nichts war.

Ich brauche Grenzerfahrungen. Ich möchte ans Limit gehen und dabei Gefahr laufen alles zu verlieren. Ich möchte all die Ängste in mir spüren, sie anfassen können, mit ihnen tanzen. Nur dann kann ich sie erfassen, mit ihnen Leben. Neurosen lieben lernen.

Ich möchte das Glück umarmen, es küssen, es halten, nur für einen Moment. Diesen Moment den man sich ins Momentesammelalbum klebt und mit Herzen verziert.

Atmen. Rast machen. Wie früher auf der Autobahn als Mama Schnitten verteilte und Eier schälte. Mich spüren. Dich spüren. Mein Leben soll wieder zu meiner eigenen Tour werden. Auf der ich meine Lieder spiele und ich entscheide wer als Vorband auftritt. Ich möchte wieder entscheiden wann ich für wen Zugaben spiele. Will das der Vorhang fällt, von mir aus auch auf meinen Kopf.

C.

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Wo bist du hin, liebes Leben?

Mai 16, 2011 at 7:56 pm (momentaufnahmen) ()

Hallo Leben,

Ich bin´s,  kennst Du mich noch? Wir haben uns ja jetzt schon eine ganze Weile nicht gesehen. Momentan hab ich eher Kontakt zu deiner blöden kleinen Schwester der Tristesse. Nervt die Dich eigentlich auch so wie mich? Mich wundert es ja das sie mich auf Facebook noch nicht geaddet hat.Jeden Tag kommt die mir mit der selben Alltagsleier. Sie ist ja mittlerweile überall, selbst bei meinen heißgeliebten Küchenabenden mit mir alleine hockt sie am Tisch, sie lässt mir nicht mal den Raum zum Denken. Das hab ich doch so gerne gemacht. Sie bringt mich oft zum weinen. Das ist nicht nett von ihr.

Was ich dir sagen will, liebes Leben, ich vermisse Dich. Weisst Du noch? Es ist noch nicht ganz so lang her, da hast Du mich mal wieder ein Stück mitgenommen, mich überrascht, mich jeden morgen angelächelt. Das war schön.

Ich weiß gar nicht mehr an welchem Punkt es aufhörte. Hab ich was falsch gemacht? Ich dachte eigentlich ich habe mich immer recht fair dir gegenüber verhalten. Ich glaub ich weiß was dich so wütend auf mich macht. Ich hab in den letzten Monaten einige Chancen nicht genutzt die Du mir gegeben hast. Das war vielleicht dumm. Ich weiß, ich hätte den Weg gehen sollen den Du mir gezeigt hast. Ich war vielleicht überfordert, hatte Angst vor der Veränderung. Ein Feigling. Angst vor der eigenen Courage nennt man das wohl.

Ich möchte mal wieder an teilnehmen an dir. So wie früher. Wie schön wir das hatten, damals, als die Luft noch nach Unschuld roch und meine Träume aus Zuckerwatte und geschossenen Jahrmarktrosen bestanden.

Ich möchte nicht jeden Morgen deiner Schwester Tristesse begegnen. Ich kann und will sie nicht mehr sehen.

Komm und räume hier mal wieder auf. Feg den Staub von meiner Seele. Nimm meinem Herzen doch mal eine Entscheidung ab. Mach mich doch wieder zu der, die ich bin.

Lass dich mal wieder sehen, hier, in mir.

C.

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Nur zu Besuch -oder- Wie mich die Stille für sich gewinnt

Mai 5, 2011 at 5:19 pm (momentaufnahmen) ()

Der Weg zu ihm ist nicht weit. Vielleicht einen Kilometer, vielleicht auch drei, gefühlte tausend. Wie immer, auf diesem Weg, die Ramones im Ohr. Immer das gleiche Lied, sein Lied. Manchmal fahre ich einen kleinen Umweg um den Song bis zum Schluss hören zu können.

Mit dem letzten Ton komme ich an.

Das Wetter ist schön. Die Sonne scheint, der Wind weht vorsichtig. Mit dem Schritt durch den riesigen Torbogen, verändert sich etwas in mir. Es wird still. Ich laufe an dem kleinen Blumenladen vorbei, die Dame an der Theke lächelt mich an, auf diese bestimmt  Art, die ich so hässlich finde. Es ist dieses Mitleidslachen.

Alte Frauen an den Gräbern ihrer Männer, sich bückend um es dem Liebsten noch mal schön zu machen. Gusseiserne Gießkannen klimpern dumpf. Zusammen mit dem lieblichen Vogelgezwitscher zaubern sie diese einzigartige Friedhofsmelodie. Das knirschen der Kieselsteine unter meinen Füßen wird Schritt für Schritt leiser, fast instinktiv werde ich langsamer. Laufe vorsichtiger. Nur noch eine Kurve. Einmal nach rechts.

Die Sonne kämpft sich durch die Baumkronen. Sonnenstrahlen schaffen es nur vereinzelt auf seine schlichte, schwarze Marmorplatte. Ich lese seinen Namen, meinen Namen. Die Stille in mir breitet sich aus. Seit nun schon 2 Jahren das gleiche Gefühl. Nie wird es besser oder anders.

Gelber Blütenstaub verdeckt sein Geburtsdatum. Ich wische ihn mit meiner Hand weg und erschrecke vor der Kälte die ich fühle. Es ist nicht mehr die Wärme die ich spürte als ich über seine Wange streichelte, mich mit meinem Kopf an seine Brust lehnte um Schutz, Trost und Sicherheit zu erfahren.

Nur die Erinnerung bringt uns jetzt zusammen. Die Erinnerung an den ersten Mann den ich liebte, an meinen Held. Die Gedanken an seine stacheligen Küsse auf meine kindlichen Wangen. An seinen stolzen Blick als ich das Fahrradfahren, das Schwimmen lernte. An seine Tränen als ich das erste Mal auf einer Bühne stand, mein Kind auf die Welt brachte. An die Art, wir er mich mit seinem norddeutschen Akzent Mukking nannte.

Ich möchte ihm soviel erzählen. Von mir, meinem Kind. Vom Glück. Davon wie sehr er fehlt. Immer. Davon, das es immer schwerer wird ihn zu uns zu holen, weil sich auch meine Welt weiter dreht. Davon, das ich nicht weiß wo ich  hin will, weil ich nicht weiß wo ich herkomme. Zu viele offene Fragen, Lücken die nicht mehr zu schließen sind.

Ungelöst und unbeantwortet seit dem Tag, an dem sein Herz aufhörte zu schlagen.

Ich wische mir die Tränen aus dem Gesicht. Noch einmal atmen, noch einmal die Augen schließen. Dann drehe ich mich um und gehe den schmalen Weg zurück, vorbei an den alten Damen die sich mittlerweile auf eine Bank gesetzt haben und zusammen schweigen. Vorbei an der Blumenfrau, sie lächelt immer noch ihr Mitleidslächeln.

Ich steige in mein Auto und fahre los.

Zu Hause angekommen, lässt das Lachen meines Kindes die Stille in mir schwinden. Heute Abend, wenn der Himmel es uns erlaubt, gucken wir wieder aus dem Fenster, zu den Sternen, zum Mond, zu seinem Opa und meinem Papa. Denn es geht weiter. Irgendwie.

C.

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Frieden fetzt.

Mai 4, 2011 at 4:29 pm (momentaufnahmen) ()

Frieden. Frieden ist ein gutes Wort. Doch, man kann sagen Frieden fetzt. Jeder ist doch für Frieden. Ein Unmensch, wer etwas anderes behauptet.
Doch was tun wir dafür? Also ich meine damit was wir wirklich tun, außer davon zu sprechen?  Welchen Preis ist denn jeder einzelne bereit zu zahlen um in einer friedlichen Welt zu leben?
Welchen Preis kann man denn zahlen wenn man seinen eigenen Frieden nicht mal findet. Wir fordern Brot für die Welt, schaffen die Wehrpflicht ab und sind nicht mal in der Lage mit uns und unserer Geschichte, unseren Feinden Frieden zu schließen.
Wir sind mehr damit beschäftigt, uns über die Menschen zu erkundigen die wir nicht mögen, als die , die wir lieben in den Arm zu nehmen und genau das zu schaffen : einen friedlichen Moment. Mir scheint, als hätte man Angst davor das alles gut sein könnte.
Was wäre es denn für eine Welt wenn es nur Frieden gäbe? Was würden unsere Politiker tun? Wofür würden wir auf die Straße gehen…wobei das absoluter Blödsinn ist. Wer geht denn heute noch für den Frieden auf die Straße? Ist doch uncool.
Wenn es um Atomkraft geht, wenn irgendwo im Schwabenland nen scheiß Bahnhof gebaut werden soll, dann sind wir aktiv. Dann gehen wir raus. Dann zeigt das Volk sein Gesicht. Was tun wir für den Frieden?
Ich mein, es ist ja auch viel schicker sich eine Anti-Atomkraft-Sonne irgendwo anzustecken, das Facebookprofilbild damit zu schmücken und mit Claudia Roth nen Plausch bei einer Sitzblockade zu halten als wirklich dafür einzustehen was der Menschheit am meisten fehlt:  Respekt, Akzeptanz.
Frieden fängt genau wie Politik im eigenem Leben an, vor der Haustür, am Mittagstisch, beim Einkaufen, in Schulen, in Universitäten, am Arbeitsplatz. Solange wir in diesen Bereichen nicht in der Lage sind uns unseren eigenen Frieden zu schaffen, sollten wir die große weite Welt in Ruhe lassen.

C.

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